Presseberichte

Für viel Aufregung sorgte die Absage seitens des Nationalparks nicht nur im Verein sondern hauptsächlich auf Facebook. Und nicht nur regional.

Nachrichten baden online,  03. Juni 2018, Autor Sandra Barth

Wegen Fotografie-Verbot: Fotoclub mischt Nationalpark auf

Naturidyll im Nationalpark Schwarzwald.

Was dürfen Fotografen im Nationalpark eigentlich? Diese Frage stellte sich ein Fotoclub aus Freudenstadt, nachdem der Park ihnen einen Kurs für Astrofotografie kurzfristig verboten hatte. Jetzt gab es eine Infoveranstaltung für Fotografen, und die Wogen sind geglättet.

Es sollte eine informative und gesellige Nacht werden, den der gemeinnützige Verein Photoworks aus Freudenstadt für eine Gruppe von sechs Hobbyfotografen organisiert hatte. Auf einer Exkursion zum Schliffkopf wollten sie die freie Sicht – ohne umliegende Straßenbeleuchtung – zur Astrofotografie nutzen. Doch statt schöner Bilder von der Milchstraße gab es einen Tag vor dem Fotokurs eine Absage vom Nationalpark – und kurze Zeit später eine Welle der Entrüstung auf Facebook. 

Auerwild-Paarungszeit
»Der Veranstaltungstermin fiel in die sehr sensible Balzzeit für das Auerwild, eine solche Aktion in der Nacht hätte den Schutzzweck des Parks also beeinträchtigt«, begründet der Leiter der Rechtsabteilung im Nationalpark, Stephan Byrtus, das Verbot in der besagten Nacht. Zusätzlich bedürfe es für organisierte Veranstaltungen im Gebiet des Nationalparks immer einer Genehmigung der Nationalparkverwaltung. Da der Verein auf Facebook zu dem Kurs eingeladen hatte, galt die Exkursion als organisierte Veranstaltung – ohne Genehmigung.

Das an sich sei verständlich für den Verein gewesen, wenn auch enttäuschend, wie die stellvertretende Vorsitzende von Photoworks, Anne Wurster, erläutert. »Zufällig erschien kurze Zeit darauf aber auf Facebook ein Beitrag des SWR über Drückjagden – genau in dem Gebiet, wo wir fotografieren wollten.« In diesem kurzen Facebook-Teaser zu einem weiterführenden TV-Beitrag wirft der Sender die Frage auf, ob der Nationalpark mit den im Park erlaubten Jagden und den Touristenströmen eine Mogelpackung sei. Das brachte das Fass für die Fotografen zum Überlaufen. 

»Bei der Drückjagd werden ja auch Tiere aufgescheucht, die nicht gejagt werden. Und wir wollten auf einer Plattform – einem Aussichtspunkt oberhalb des Hotels Schliffkopf – fotografieren«, sagt Wurster. »Tagsüber laufen dort Tausende von Touristen durch, und wenn wir mit sechs Mann kommen, ist das verboten. Das hat sich unserer Logik entzogen.«
Ihrem Ärger machte Wurster in einem Facebook-Post Luft – und erntete damit viel Zuspruch von anderen Fotografen. »Dass das so eine Riesenwelle schlägt, hätten wir nicht erwartet, das war auch nicht in unserem Sinn. Wir wollten nur eine logische Erklärung«, betont sie.

Konstruktives Gespräch
Mittlerweile seien die Wogen geglättet. Bei einem »konstruktives Gespräch«, wie beide Parteien berichten, seien die Missverständnisse aus dem Weg geräumt worden. Etwa der Fakt, dass nur die Nachtfotografie verboten sei – und zwar zur Paarungszeit des Auerwilds in diesem Gebiet – und nicht etwa wie ursprünglich angenommen das Fotografieren an sich. Und das Jagen im Nationalpark ist nach Angaben des Leiters der Rechtsabteilung in bestimmtem Rahmen sogar Pflicht für die Nationalparkverwaltung, um die umliegenden Wälder zu schützen. Byrtus macht aber auch deutlich: »Gejagt wird nur im Zeitraum von etwa Mitte Oktober bis Mitte November und die Jagden finden nicht nachts statt – alles, um die Beeinträchtigungen für die Natur möglichst gering zu halten.«

Aber eine Frage blieb bestehen: Was dürfen Fotografen denn nun im Nationalpark und was nicht? »Es gibt ja keinerlei Informationen für Fotografen, es steht ja nirgends, dass das Fotografieren nachts verboten ist«, begründet die stellvertretende Vorsitzende. Der Nationalpark habe Fotografen bisher auch einfach gar nicht richtig auf dem Schirm gehabt. 
Der Vorschlag des Vereins: eine Informationsveranstaltung. Diese leitete der Nationalpark auch rasch in die Wege, und nach wenigen Tagen war der Infoabend auf dem Ruhestein ausgebucht. »Wir freuen uns sehr über das große Interesse an diesem Thema«, waren sich beide Parteien einig.

Das Interesse habe sich beim Infoabend Ende Mai auch in sehr lebhaften Diskussionen und Gesprächen widergespiegelt, sagt die Pressesprecherin des Parks, Anne Kobarg. »Wir planen auf jeden Fall, noch mal eine ähnliche Veranstaltung anzubieten.«

Auch die Informationen für Fotografen (siehe Kasten) würden demnächst auf der Website des Nationalparks veröffentlicht. Fragen und Genehmigungsanträge können beim Nationalpark aktuell gestellt werden unter: nationalparkverwaltung@nlp.bwl.de oder unter 07442/18092110. 

Info

Regeln für Fotografen

Der Nationalpark hat nach der Infoveranstaltung einige Regeln für Fotografen zusammengetragen, die demnächst auch auf der Homepage veröffentlicht werden:

  • Auf ausgewiesenen Wegen darf sich jeder frei bewegen und auch fotografieren – möglichst ohne die Natur zu stören. 
  • Fotografieren abseits der Wege mit Drohnen oder für kommerzielle Zwecke sowie im Rahmen von organisierten Veranstaltungen (auch Führungen und Wanderveranstaltungen) ist grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahme: Es wird eine Genehmigung erteilt.
  • Ob eine Genehmigung erteilt wird, ist immer eine Einzelfallentscheidung – es wird stets über die Interessen des Antragstellers und des Naturschutzes abgewägt. Entscheidend ist, ob die Schutzzwecke des Nationalparks durch die jeweilige Veranstaltung beeinträchtigt würden.
  • Als Grundlage für die Regeln gilt in jedem Fall das Nationalparkgesetz.

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